News
„Eine Gemeinschaft auf Augenhöhe“
Inklusion bedeutet, sich seinen Platz in der Gesellschaft nicht erkämpfen zu müssen, sondern ganz selbstverständlich mittendrin zu sein. Doch besonders jene, die von der Norm abweichen, haben häufig unter Ausgrenzung und Voreingenommenheit zu leiden. In vielen Fällen sind das Menschen mit Behinderungen. Aber auch Obdachlose, Senioren und Migranten werden häufig Opfer von Intoleranz.
Um diese Grenzen abzubauen und Menschen ein barrierefreies Miteinander zu ermöglichen wurde am 2. Februar Siegfrieds Bürgerzentrum eröffnet. Die Räume im Mittelweg 52 werden nicht nur von der Lebenshilfe Braunschweig als Beratungsbüro und Treffpunkt genutzt, sondern auch von „Wohnen und Beraten“ – einer Abteilung der Diakonie, die sich vornehmlich um Obdachlose und Menschen mit niedrigem Einkommen kümmert.
Außerdem mit eingezogen ist „Siegfrieds Stadtteilbüro“. Dieser Zusammenschluss von Ehrenamtlichen organisiert schon seit neun Jahren ein buntes Programm für jedermann und konnte nun in die hellen, freundlichen Räume im Mittelweg mit einziehen.
Alle zusammen haben jetzt ein abwechslungsreiches Angebot auf die Beine gestellt: Neben Gesprächskreisen und Café-Nachmittagen gibt es auch Koch- und Handykurse, Sprachkurse für Migranten und Aussiedler, aber auch Ausbildungs- und Mieterberatung.
So bunt gemischt wie das Programm war auch das Publikum bei der Eröffnung. Regelmäßige Besucher des Cafés, Ehrenamtliche, Organisatoren und offizielle Mitarbeiter der Institutionen kamen zusammen, um in lockerer Stimmung den gemeinsamen Start zu feiern. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von der Kapelle 67 der Lebenshilfe Braunschweig.
Maik Gildner, Geschäftsführer der Diakonischen Gesellschaft Wohnen und Beraten betont, es gehe darum, den Menschen die Hilfe vor Ort zu gewähren und nicht abseits des gesellschaftlichen Lebens. Eine „Gemeinschaft auf Augenhöhe“ sei das Ziel.„Das Spannende hier ist die Vielfalt der verschiedenen Akteure“ ergänzt Ulrich Markurth, Sozialdezernent der Stadt Braunschweig, stellt aber klar: „Konzepte allein reichen nicht – Es braucht natürlich die Idee, aber eben auch Unterstützer und Geld.“
Diese Unterstützer hat das Bürgerzentrum nicht nur bei Ehrenamtlichen und Mitarbeitern von Lebenshilfe sowie „Wohnen und Beraten“ gefunden, sondern auch in politischen Gremien wie dem Bezirksrat und bei Firmen wie der Nibelungen Wohnbaugesellschaft. Sowohl finanziell, als auch ideell förderten sie zusammen mit der Braunschweiger Baugenossenschaft das Projekt.
Über das weit reichende Netzwerk freut sich auch Barbara Rackwitz, Sprecherin des Stadtteilbüros. Endlich kann es so richtig losgehen: „Die neuen Räume zum neuen Jahr machen richtig Lust neu anzufangen“ fasst sie die Stimmung treffend zusammen.
Und was sagen die Besucher? Jaqueline Haborth findet das neue Angebot jedenfalls ziemlich gut. „Wir benutzen die Räumlichkeiten für Besprechungen von Ausflügen und Terminen oder einfach zum Kaffeetrinken.“ Ungewohnt sei es anfangs schon gewesen, dass auch „ganz normale Leute“ da gewesen seien. „Aber wir haben uns schon ziemlich gut eingespielt.“







