Lebenshilfe Braunschweig
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03.04.2019

#12:21 Down ist in - nicht out!

Familien mit Kindern mit Beeinträchtigung und ganz besonders Kindern mit Down-Syndrom spüren die gesellschaftliche Erwartungshaltung in vielen alltäglichen Situationen. Sie werden von Fremden auf der Straße oder beim Einkaufen gefragt, ob sie „Es“ denn nicht gewusst hätten. Klares Signal dafür, dass die Diagnose einer Trisomie 21-Behinderung vor der Geburt als selbstverständlich gilt und als Konsequenz daraus, „selbstverständlich“ ein Schwangerschaftsabbruch erwartet wird.

Welche Folgen haben Bluttests wie der Praena-Test für Menschen mit Down-Syndrom und ihre Familien? Die Bundesvereinigung Lebenshilfe hat gemeinsam mit vielen anderen eine Stellungnahme erarbeitet und Informationen zusammengestellt. Sie sind hier zu finden.

Gemeinsame Stellungnahme

„Ja“ zur Vielfalt des menschlichen Lebens!

 Deshalb

  • Aufklärung über das Leben mit Beeinträchtigungen!         
  • Keine Bluttests auf genetische Abweichungen (NIPT) auf Kassenkosten!        
  • Mehr und bessere Beratungsangebote vor, während und nach vorgeburtlichen Untersuchungen mit Beteiligung der Behindertenselbsthilfe!   

Den Bluttest auf genetische Abweichungen in den Leistungskatalog der Krankenkassen aufzunehmen bedeutet:

  • die Angst vor Behinderung zu verstärken.
  • die Diskriminierung von Menschen mit Beeinträchtigungen zu verschärfen.
  • Menschen mit Beeinträchtigungen in unserer Gesellschaft als „vermeidbar“ und nicht willkommen zu bewerten.
  • die Verpflichtungen der UN-Behindertenrechtskonvention nicht zu beachten.
  • mit dem Eindruck, dieser Test sei medizinisch sinnvoll, falsche Hoffnungen bei werdenden Eltern zu wecken.
  • den Druck auf Schwangere „alles zu tun, alles zu testen“ zu erhöhen.
  • die Tür für die Kassenzulassung weiterer Tests auf genetische Merkmale zu öffnen.

Die Stellungnahme zum Herunterladen: Hier klicken.

Zusammenfassung in Leichter Sprache

Es gibt Blut-Tests für schwangere Frauen. Damit können schwangere Frauen untersucht werden. Die Untersuchung zeigt, ob das Kind vielleicht ein Down-Syndrom hat.

Jetzt wird darüber geredet, ob der Blut-Test für alle Frauen von der Kranken-Kasse bezahlt wird. Auch die Abgeordneten im Deutschen Bundes-Tag reden darüber. Sie wollen wissen: Was denken Menschen mit Down-Syndrom und ihre Familien dazu? Deshalb machen die Abgeordneten eine große Diskussion.

Menschen mit Down-Syndrom finden den Test gefährlich. Sie fragen: Sollen Menschen mit Down-Syndrom nicht mehr geboren werden?

Auch die Lebenshilfe und Verbände für Menschen mit Down-Syndrom wollen: Alle sollen wissen, was Menschen mit Down-Syndrom und ihre Familien über den Blut-Test denken. Deshalb machen sie eine Kampagne. Das bedeutet: es werden viele Aktionen gemacht.

Die Lebenshilfe Bundesvereinigung hat in einem Heft aufgeschrieben:
Das denken Menschen mit Down-Syndrom und ihre Familien zu dem Blut-Test: Wir leben gern. Wir wollen nicht ausgeschlossen werden.

Wer den Blut-Test macht muss wissen:
Das Ergebnis von dem Test ist nicht immer richtig. Manchmal sagt der Test, das Kind hat ein Down-Syndrom. Es stimmt aber nicht. Das ist besonders bei jungen Frauen so. Von drei Tests ist einer falsch.

Und das sagen die Gesetze zum Blut-Test:
Wenn man Menschen untersucht, obwohl sie keine Krankheit haben, nennt man das Reihen-Untersuchung. Eine Reihen-Untersuchung ist nur erlaubt, wenn man damit eine Krankheit behandeln kann. Aber: Das Down-Syndrom ist keine Krankheit, die man behandeln kann. Deshalb ist eine Reihen-Untersuchung auf Down-Syndrom nicht erlaubt.

Fotos: Lebenshilfe_David Maurer