Lebenshilfe Braunschweig
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25.04.2019

Arbeitgeberverband informiert sich über Budget für Arbeit

Wie ist das eigentlich, Menschen mit Beeinträchtigung ein Praktikum, einen ausgelagerten Arbeitsplatz oder gar einen Arbeitsvertrag mit Hilfe des Budgets für Arbeit anzubieten?

Aufmerksame Zuhörer und interessierte Fragestellungen gab es nun beim Treffen des Arbeitskreises HR Recht und Praxis, zu dem der Arbeitgeberverband Personalverantwortliche der Region diesmal mit der Lebenshilfe Braunschweig als Gastgeber eingeladen hatte. Eine gute Gelegenheit für Lebenshilfe-Geschäftsführer Detlef Springmann, das "Budget für Arbeit" vorzustellen. Ein kurzweiliger Rundgang durch die Fabrikstraße 1 F führte unter anderem von Holzwerkstatt über Montagegruppen zu Nähwerkstatt und Übersetzungen in Leichte Sprache.

„Wir suchen Unternehmer oder Personen aus Industrie und Handwerk, aber auch kommunale Betriebe, die einen Arbeitsplatz anbieten", erklärt Geschäftsführer Detlef Springmann. Unterstützt von qualifizierten Begleitern aus dem Fachdienst Betriebliche Integration könnten beeinträchtigte Menschen, die heute in den Werkstätten arbeiteten, einen Arbeitsplatz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ausfüllen. Davon profitierten beide Seiten.

Melany Keinert von ID-Logistics als Dienstleister für Ikea erläuterte ihre Erfahrungen: "Sie vereinbaren einen Termin mit allen - das war dann schon das Schwierigste", berichtet die Personalerin und fügt begeistert hinzu: "Seien Sie als Arbeitgeber mutig. Das Zusammenspiel zwischen uns, Lebenshilfe Braunschweig und dem Träger des Budgets klappt prima und ist total unkompliziert." Vom Gabelstapelfahrer bis zum "Chef der Spanngurte" seien bei ihnen acht ausgelagerte Arbeitsplätze und ein Budget für Arbeit eingebunden. "Alle Mitarbeiter werden von der Lebenshilfe Braunschweig begleitet, wir haben Zuschüsse für besondere Arbeitsgeräte erhalten und die neuen Kollegen passen in die Teams." 

Budget für Arbeit

Menschen mit Behinderungen, die Anspruch auf Leistungen in einer Werkstatt haben und denen von einem Arbeitgeber ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis angeboten wird, erhalten mit Abschluss eines solchen Arbeitsvertrages ein „Budget für Arbeit“.

  • Das Budget für Arbeit ermöglicht Menschen mit Beeinträchtigung, ihre Subventionen, die für einen Werkstattplatz bereitgestellt werden, in einem regulären Arbeitsverhältnis zu nutzen.
  • Somit besteht für Unternehmen die Möglichkeit, einen Ausgleich von bis zu 75 Prozent des Bruttolohnes über das Sozialamt zu erhalten. Darüber hinaus unterstützen die Assistenzen der Lebenshilfe Braunschweig.
  • Bei Beendigung oder Scheitern des Budgets für Arbeit besteht ein Aufnahmeanspruch in eine Werkstatt („Rückkehrrecht“).

Zusätzliche Anreize für potentielle Arbeitgeber

  • Ersparnis bei der Ausgleichsabgabe, sofern die Beschäftigungsquote noch nicht erfüllt ist, und Mehrfachanrechnungen beim Budget für Arbeit.
  • Monatlicher Zuschuss in Höhe von 250 Euro für zwei Jahre, sofern die gesetzliche Beschäftigungsquote bereits erfüllt ist oder keine besteht.
  • Über durch die Lebenshilfe Braunschweig begleitete Praktika können Sie die zukünftigen Mitarbeitenden ausführlich kennen lernen.
  • Förderung von Arbeitsplätzen durch das Integrationsamt  - bis zu 50.000 € Investitionskostenzuschuss bei hälftiger Finanzierung.

Erfolgreiche Beispiele in Wort und Bild und Film:

  • Erfolgreiche Beispiele aus dem Arbeitsleben finden Sie hier.
  • Auch ein Film (6 Minuten) läßt regionale Chancengeber zu Wort kommen. Gesamtfilm
  • Sie interessieren sich für ein Film-Beispiel (6 Minuten) über Weltraumtechnik und unsere Arbeitsplätze dort? Invent
  • Flyer zum Download gibt es hier.       

Ansprechpartner für weitere Informationen:

  • Michael Schumann | Leitung Fachdienst Betriebliche Integration
    0531 4719 4957 | michael.schumann(at)lebenshilfe-braunschweig(dot)de

Text und Fotos: Elke Franzen