Lebenshilfe Braunschweig
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30.04.2022

Zum Abschied die Goldene Ehrennadel

Mit einer, immer noch wegen Corona, klein gehaltenen Feier wurde Detlef Springmann nun offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Er war seit Oktober 2000 Geschäftsführer der Lebenshilfe Braunschweig.

Karl Eike Kirschner und Dr. Hans-Joachim Beinroth als Ehrenvorsitzende des Vereins sowie der jetzige Vorsitzende, Marco Spiller, würdigten in einer gemeinsamen Rede den Einsatz Detlef Springmanns für die Lebenshilfe Braunschweig, aber auch für Arbeitsgemeinschaften und Dachorganisationen der Behindertenhilfe. „Die Zusammenarbeit mit uns als Vorstand erfolgte auf eine offene, ehrliche und kooperative Weise, so dass wir gemeinsam in den vergangenen Jahren viele innovative Projekte für die Lebenshilfe Braunschweig auf den Weg bringen konnten“, hieß es übereinstimmend. „Im Fokus stand immer, die Möglichkeiten von Menschen mit Beeinträchtigung für ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu erweitern und zu verbessern.“

Austausch auf Augenhöhe

Diese Bilanz zogen auch die Selbstvertreter der Lebenshilfe Braunschweig, für die Vorstandsmitglied Dirk Michalek das Wort ergriff: „Das Aktionsfeld für Menschen mit Beeinträchtigung zum Mitgestalten und Mitbestimmen hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich vergrößert, egal ob in Workshops oder aber in den offiziellen Gremien wie Werkstattrat, Bewohnervertretung und vor allem Vorstand! Soweit ich weiß, sind wir der erste Werkstattrat gewesen, der mit der Geschäftsleitung verbindliche Betriebsvereinbarungen abgeschlossen hat. Auch wenn es manchmal nicht so einfach war, wir haben mit Respekt füreinander und auf Augenhöhe gute Lösungen gefunden. Dafür möchte ich mich ausdrücklich bedanken.“

Aufschwung und Innovation

Aufschwung, Innovation, Teamarbeit, aber auch Kontinuität waren Stichworte, die im Dank des Vorstandes mehrfach enthalten waren. „Lebenshilfe Braunschweig mit Verein, Gesellschaft und Stiftung ist eine der ältesten und größten Lebenshilfen in der Republik, die viele Anregungen frühzeitig übernommen und oft auch selbstständig entwickelt und umgesetzt hat.“ Beispiele seien: „Menschen mit Beeinträchtigung im Vorstand - wie kann man darüber heutzutage immer noch diskutieren? - der Fachdienst Berufliche Integration, das Persönliche Budget sowie das Budget für Arbeit, Angebote für Senior:innen und Menschen mit einem hohen Hilfebedarf sowie der kontinuierliche Ausbau individueller Lebensformen durch ambulante Assistenz.“

Herausragende Verdienste

Die Stimme der Lebenshilfe Braunschweig sei im Land und Bund gehört worden. Dies bestätigte auch Prof. Dr. Jeanne Nicklas-Faust, Geschäftsführerin der Bundesvereinigung Lebenshilfe, die Detlef Springmann für seine herausragenden Verdienste die Ehrennadel in Gold verlieh. „Inklusion und damit Teilhabe sind Detlef Springmann von der scheinbar kleinen Alltagssituation bis hin zu den großen übergeordneten Themen und Gesetzesvorlagen ein innerer Motor.“ Mit der Auszeichnung würdige der Dachverband beispielhaftes Wirken und persönliches Engagement zugunsten von Menschen mit Beeinträchtigung und ihren Angehörigen.

Engagiertes Team

Mehrfach betont wurde, dass dies vor Ort nicht nur mit einem engagierten und motivierten Team aus Mitarbeitenden umzusetzen sei, sondern in der vertrauensvollen Kooperation mit lokalen Partnern aus Verwaltung, Politik, Firmen, Unternehmen.

Politische Einflussnahme

Auch auf der politischen Landesebene engagierte sich Detlef Springmann. Er war seit 2003 Vorstandsmitglied der Landesarbeitsgemeinschaft Arbeit | Bildung | Teilhabe in Niedersachsen; davon zwölf Jahre als ihr Vorsitzender. Dabei arbeitete er eng mit dem Landesverband Lebenshilfe Niedersachsen zusammen. In der Fachkommission Inklusion des Landes Niedersachsen hat er außerdem an der Erarbeitung und Umsetzung eines Aktionsplanes zur UN-Behindertenrechtskonvention mitgewirkt. Zudem engagierte sich Detlef Springmann in verschiedenen Gremien der Verbandsarbeit. Als Experte hat er beispielsweise im Steuerungskreis zum Bundesteilhabegesetz der Bundesvereinigung Lebenshilfe mitgewirkt. Mit seiner fachlichen Expertise unterstützte er die Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen e. V. sowie den Paritätischen Wohlfahrtsverband Niedersachsen e. V. in verschiedenen Ausschüssen und Arbeitskreisen.

Abschiedsgeschenk

Von seinem Büro hinaus nach Hause wird nun ein großformatiges Gemälde aus dem Kunstatelier Geyso20 der Lebenshilfe Braunschweig reisen: Es ist das Geschenk des Vorstandes an Detlef Springmann, das ihm mit einer herzlichen Rede Ingrid Prönnecke für zwei Jahrzehnte engagierten Wirkens mit auf den Weg gab.

Ein kleiner Auszug aus der Gästeliste:

  • Dr. Thorsten Kornblum, Oberbürgermeister Stadt Braunschweig
  • Dr. Christine Arbogast, Sozialdezernentin Stadt Braunschweig
  • Frank Steinsiek, Geschäftsführer Landesverband Lebenshilfe
  • Anja Rinck und Michael Korden, LAG | A| B | T

Hinzu kamen u.a. Vertreter:innen von Stiftungen, Institutionen und Arbeitsgemeinschaften der Eingliederungshilfe in Stadt, Region und Land, langjährige Freunde und persönliche Kontakte, seine direkten Mitarbeiter:innen sowie Selbstvertreter:innen und Vorstandsmitglieder der Lebenshilfe Braunschweig.

Text: Elke Franzen
Fotos: Marion Büschlepp